Katastrophenschutz

Katastrophenschutz im Landkreis Cloppenburg

Rettungskräfte (KI-generiert)

„Was für eine Katastrophe!" – diesen Satz kennen wir alle aus dem Alltag. Doch was bedeutet der Begriff eigentlich im rechtlichen Sinne?

Eine Katastrophe im Sinne des Niedersächsischen Katastrophenschutzgesetzes (NKatSG) ist ein Notstand, der Leben, Gesundheit oder die lebenswichtige Versorgung der Bevölkerung in einem solchen Ausmaß gefährdet, dass seine Bewältigung eine zentrale Leitung erfordert. Als untere Katastrophenschutzbehörde trägt der Landkreis Cloppenburg diese Verantwortung – und arbeitet dabei eng mit Feuerwehren, dem Deutschen Roten Kreuz, dem Technischen Hilfswerk, der DLRG und vielen weiteren Organisationen zusammen.

Auch im Landkreis Cloppenburg sind größere Flächenbrände, Stromausfälle, Überschwemmungen oder stärkere Stürme nicht auszuschließen. Vorbereitung spart Zeit – und kann Leben retten. Auf dieser Seite informieren wir Sie kompakt über den Katastrophenschutz im Landkreis Cloppenburg und geben Ihnen praktische Hinweise für den Ernstfall.

Aufbau des Katastrophenschutzstabs

Im Katastrophenfall arbeitet der Landkreis Cloppenburg mit einem Katastrophenschutzstab. Dieser Stab ist das Herzstück der Krisenkoordination: Hier laufen alle Informationen zusammen, hier werden Entscheidungen getroffen und Einsatzkräfte koordiniert.

Der Stab besteht aus Beschäftigten der Kreisverwaltung, die im Ernstfall ihre gewohnten Alltagsaufgaben zurückstellen und als eingespieltes Team zusammenarbeiten. Die Leitung obliegt dem Landrat des Landkreises.

Der Stab arbeitet nicht direkt am Ort des Geschehens, sondern in speziell ausgestatteten Räumen – mit moderner Kommunikations- und Lagendarstellungstechnik. Unterhalb des Stabs arbeitet die Technische Einsatzleitung (TEL) direkt vor Ort und setzt die Vorgaben des Stabs in konkrete Maßnahmen um.

Die sechs Sachgebiete des Stabs:

  • S1 – Personal und Innerer Dienst: Kümmert sich um die Bereitstellung und Alarmierung der Einsatzkräfte
  • S2 – Lage: Sammelt alle Informationen über das Ereignis, wertet sie aus und erstellt ein aktuelles Lagebild.
  • S3 – Einsatz: Beurteilt die Lage und fasst die wichtigen Beschlüsse über die Einsatzdurchführung.
  • S4 – Versorgung: Sorgt dafür, dass Einsatzkräfte mit allem Notwendigen versorgt sind – von der Verpflegung bis zum Material.
  • S5 – Presse- und Öffentlichkeitsarbeit: Informiert die Bevölkerung und die Medien und sorgt für eine klare, verlässliche Kommunikation nach außen.
  • S6 – Information und Kommunikation: Stellt sicher, dass alle Beteiligten jederzeit miteinander kommunizieren können – technisch und organisatorisch.

Ergänzt wird der Stab durch Fachberaterinnen und Fachberater sowie durch Verbindungspersonen zu Behörden wie Polizei, Feuerwehr, Bundeswehr oder Energieversorgern.

Gut vorbereitet für den Ernstfall

Der Landkreis Cloppenburg nimmt die Vorbereitung sehr ernst. Die Stabsmitglieder nehmen regelmäßig an Lehrgängen des Niedersächsischen Landesamtes für Brand- und Katastrophenschutz (NLBK) teil und trainieren in regelmäßigen internen Übungen – von kleineren Stabsübungen bis hin zu größeren, realistischen Einsatzszenarien.

Warnung der Bevölkerung

Damit im Ernstfall schnell gehandelt werden kann, müssen die Menschen im Landkreis Cloppenburg rechtzeitig gewarnt werden. Dafür gibt es heute mehrere zuverlässige Wege:

  • Warn-Apps: Eine zuverlässige Methode ist eine Warn-App auf dem Smartphone. Wir empfehlen, mindestens eine der folgenden Apps zu installieren (siehe auch Links auf dieser Seite):
    • BIWAPP (Bürger-Info- und Warn-App)
    • NINA (Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe)
    • KATWARN

Diese Apps senden Ihnen im Ernstfall direkt eine Warnung auf Ihr Smartphone – auch mit Informationen, was zu tun ist.

  • Cell Broadcast: Neuere Smartphones empfangen automatisch sogenannte Cell-Broadcast-Nachrichten – ähnlich wie eine SMS, aber ohne Anmeldung oder App. Diese Warnungen erscheinen direkt auf dem Display, wenn Sie sich in einem betroffenen Gebiet befinden.
  • Radio: Im Ernstfall werden Warnmeldungen auch über das Radio verbreitet. Wir empfehlen, zu Hause ein Batterieradio oder Kurbelradio bereitzuhalten – es funktioniert auch dann noch, wenn der Strom ausgefallen ist. Auch das Autoradio ist eine gute Ergänzung.
  • Sirenen: Kreisweite Sirenen sind ebenfalls ein wichtiges Warnsignal.

Nationaler Warntag: Jedes Jahr am zweiten Donnerstag im September findet der Nationale Warntag statt. An diesem Tag werden alle Warnsysteme gemeinsam getestet – ein guter Anlass, die eigene Vorbereitung zu überprüfen und Warn-Apps einzurichten.

Katastrophenschutz-Leuchttürme

Logo Katastrophenschutzleuchtturm

Was passiert, wenn nicht nur der Strom ausfällt, sondern auch Telefon, Mobilfunk und Internet zusammenbrechen? Dann sind weder der Notruf 110 noch 112 erreichbar – und viele Menschen wissen nicht, wo Sie Hilfe erhalten können.

Für genau diesen Fall hat der Landkreis Cloppenburg gemeinsam mit den kreisangehörigen Städten und Gemeinden in den vergangenen Jahren ein flächendeckendes Netz aus insgesamt 22 Katastrophenschutz-Leuchttürmen im Kreisgebiet aufgebaut.

Was sind Katastrophenschutz-Leuchttürme? 

Katastrophenschutz-Leuchttürme sind feste Anlaufstellen – zum Beispiel Schulen, Sport- und Gemeindehallen –, die im Notfall als Informations- und Koordinierungspunkte dienen. Sie sind klar gekennzeichnet und auch dann erreichbar, wenn die übliche Kommunikation ausgefallen ist.

Was können Sie dort bekommen?

  • aktuelle Informationen zur Lage
  • medizinische Erstversorgung
  • allgemeine Hilfeleistung
  • Handzettel zur Selbsthilfe
  • Möglichkeit zum Aufladen lebenswichtiger medizinischer Geräte (z. B. für Herzschrittmacher)
  • psychosoziale Notfallversorgung
  • Möglichkeit zum Erwärmen von Babynahrung

Wer nicht selbst zum Leuchtturm gehen kann, kann jemanden aus der Nachbarschaft schicken, um sich zu informieren oder Hilfe zu holen.

Wer betreibt die Leuchttürme? 

Die Leuchttürme werden durch ehrenamtliche und unterstützende Kräfte des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), der Psychosozialen Notfallversorgung (PSNV), der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) sowie durch geschulte freiwillige Helferinnen und Helfer betrieben. Ziel ist es, im Krisenfall die Feuerwehren und das Technische Hilfswerk (THW) zu entlasten, damit diese sich auf ihre eigentlichen Einsatzaufgaben konzentrieren können.

Wann werden die Leuchttürme aktiviert? 

Die Aktivierung erfolgt nach einer Vorbereitungszeit von einigen Stunden, wenn die herkömmlichen Kommunikationswege ausgefallen sind.

Gut vorbereitet für den Ernstfall: 

Die drei landkreiseigenen Standorte – das Clemens-August-Gymnasium in Cloppenburg, die Elisabethschule in Friesoythe und das Copernicus-Gymnasium in Löningen – wurden bereits mit einem Einspeisepunkt für externe Stromversorgung ausgestattet. Damit können diese Standorte auch bei einem flächendeckenden Stromausfall über mobile Notstromaggregate betrieben werden.

Alle 22 Standorte der Katastrophenschutz-Leuchttürme im Überblick

Logo Katastrophenschutzleuchtturm

Gemeinde Barßel

  • Dreifeldsporthalle | Westmarkstraße 3

Gemeinde Bösel

  • BIB-Arena Bösel | Garrreler Straße 11
  • Sporthalle Petersdorf | Hauptstraße 16a | OT Petersdorf

Gemeinde Cappeln

  • Oberschule Cappeln | Schulstraße 6

Stadt Cloppenburg

  • Clemens-August-Gymnasium (CAG) | Bahnhofstraße 53
  • Nebenhalle der Münsterlandhalle | Eschstraße 35

Gemeinde Emstek

  • Oberschule Emstek | Ostlandstraße 19

Gemeinde Essen (Oldenburg)

  • Sporthalle Bevern | Mühlenstraße 20 | OT Bevern
  • Turnhalle Essen (Oldenburg) am Hasestadion | Hasestraße 7

Stadt Friesoythe

  • Elisabethschule Friesoythe | Großer-Kamp-Ost 7

Gemeinde Garrel

  • Oberschule Garrel | Schulstraße 6
  • Grundschule Beverbruch | Großenknetener Str. 20 | OT Beverbruch
  • Grundschule Falkenberg | Schulweg 1 | OT Falkenberg

Gemeinde Lastrup

  • Oberschule Lastrup | St.-Elisabeth-Straße 5

Gemeinde Lindern

  • Grund- und Oberschule Lindern | Schulstraße 6

Stadt Löningen

  • Maximilian-Kolbe-Schule | Hohes Ufer 1 - 3
  • Copernicus-Gymnasium Löningen | Ringstraße 6

Gemeinde Molbergen

  • Sporthalle Molbergen | Hinter dem Dweracker 4

Gemeinde Saterland

  • Sporthalle Ramsloh | Schulstraße 5 | OT Ramsloh
  • Sporthalle Scharrel | Am Sportplatz 24 | OT Scharrel
  • Sporthalle Strücklingen | Jahnstraße 2 | OT Strücklingen
  • Sporthalle Sedelsberg | Zur Sporthalle 2 | OT Sedelsberg

Sie möchten als freiwillige Helferin oder freiwilliger Helfer mitwirken? 

An den Katastrophenschutz-Leuchttürmen werden ständig freiwillige Helferinnen und Helfer gesucht. Bei Interesse melden Sie sich gerne unter: kats@lkclp.de

Eigenvorsorge: So bereiten Sie sich vor

Ein Feuer, eine Überschwemmung, eine Evakuierung: Im Notfall zählt jede Sekunde. Stellen Sie sich jetzt – in Ruhe – die wichtigsten Fragen: Haben Sie einen Vorrat zu Hause, wenn der Weg zum Supermarkt versperrt ist oder der Strom längerfristig ausfällt? Können Sie Ihr Essen auch ohne Elektroherd erwärmen? Sind Ihre wichtigsten Dokumente griffbereit, wenn Sie das Haus schnell verlassen müssen? Vorbereitung spart Zeit und kann Leben retten.

Informiert bleiben 

Installieren Sie jetzt – noch vor einem Ernstfall – mindestens eine Warn-App (NINA, BIWAPP oder KATWARN) auf Ihrem Smartphone. Machen Sie sich mit den Sirenensignalen vertraut und merken Sie sich den nächstgelegenen Katastrophenschutz-Leuchtturm in Ihrer Gemeinde.

Notvorrat anlegen

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) empfiehlt, einen Vorrat für mindestens zehn Tage anzulegen. Dazu gehören:

  • Wasser (mindestens 2 Liter pro Person und Tag)
  • Lebensmittel mit langer Haltbarkeit (Konserven, Trockenprodukte)
  • Batterieradio oder Kurbelradio
  • Taschenlampe und Ersatzbatterien
  • Erste-Hilfe-Set und persönliche Medikamente
  • Wichtige Dokumente (Personalausweis, Versicherungskarten etc.) griffbereit

Notfallplan für die Familie 

Besprechen Sie im Familienkreis: Was tun wir, wenn wir uns nicht erreichen können? Wo treffen wir uns? Wer kümmert sich um wen? Ein kurzer, gemeinsamer Plan kann im Ernstfall viel Sicherheit geben.

Nachbarschaft im Blick behalten 

Denken Sie auch an ältere oder hilfsbedürftige Nachbarinnen und Nachbarn. Gerade in Krisensituationen ist gegenseitige Unterstützung ein wichtiger Baustein für die Sicherheit aller.