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Artikel vom 08.06.2018 | zurück zur Übersicht

Inklusion: Kindeswohl und Elternwille vorrangig

Landkreise kritisieren Sichtweise des Landesrechnungshofes

Landkreis Cloppenburg - Die Landräte der Landkreise Cloppenburg und Vechta, Johann Wimberg und Herbert Winkel, reagieren verwundert auf die aktuelle Kritik des Landesrechnungshofes bei der Umsetzung der Inklusion.

Der Landesrechnungshof hatte veröffentlicht, dass der landesweite Anteil aller Schüler mit Förderbedarf, die eine inklusive Regelschule besuchen, im Jahr 2016 bei 50,5 Prozent lag. In den Landkreisen Cloppenburg und Vechta lagen diese Anteile nur bei 30 bis 32 Prozent. Hieran übt der Landesrechnungshof Kritik. Die Umsetzung der Inklusion komme nur schwer in Gang, zudem sei die Doppelstruktur von Förder- und Regelschule zu teuer.

Diese Einschätzung teilen die Landräte nicht. „Offensichtlich wird hier ausschließlich durch die Wirtschaftlichkeitsbrille geblickt“, so Landrat Johann Wimberg. „Wir legen in unserer Region allerdings Wert darauf, dass Kindeswohl und Elternwille im Vordergrund stehen“, so Wimberg weiter. Kinder mit Förderbedarf müssten eine optimale Förderumgebung vorfinden. Es könne nicht ausreichen, einen möglichst hohen Anteil inklusiv beschulter Schülerinnen und Schüler zu erreichen, sondern jedem Kind müsse nach Möglichkeit der passgenaue Unterstützungsbedarf zukommen. “

„Die Behauptung, ein geringerer Anteil an inklusiver Beschulung sei schlechter als ein hoher, ist falsch“, sagt Winkel und unterstreicht ebenfalls die Bedeutung des Elternwillens: „Die Erziehungsberechtigten entscheiden, ob ihre Kinder besser in einer Förder- oder Regelschule aufgehoben sind. Wenn der Landesrechnungshof diese ‚Doppelstruktur‘ kritisiert, stellt er indirekt die Wahlfreiheit und den Elternwillen in Frage. Das geht aus unserer Sicht zu weit. Im Landkreis Vechta gibt es ein umfangreiches Förderangebot an Förderschulen, Tagungsbildungsstätten und im Rahmen der Inklusion an Regelschulen.“

Damit das Angebot in der Region erhalten bleibt, stellten beide Landkreise auch gerne die finanziellen Mittel bereit, unterstreicht Landrat Herbert Winkel mit Hinweis auf bisherige und geplante Investitionen an Förderschulen im Oldenburger Münsterland. „Dabei ist der Erhalt der Wahlfreiheit für die Eltern durch die Fortführung der Förderschulen eine wichtige Bedingung, zumal die Regelschulen bisher nicht vergleichbar ausgestattet sind. Die Argumentation des Landesrechnungshofes zur Kostenfrage überzeugt nicht, denn eine konsequent durchgeführte Inklusion an Regelschulen verursache einen hohen Personalbedarf und vergleichbare Kosten“, sind sich beide Landräte sicher.

Der Landkreis Cloppenburg investiert daher weiterhin in seine Förderschulen, um den Schülerinnen und Schülern die bestmögliche Unterstützung und damit einen guten Start ins Leben zu ermöglichen. In den kommenden Jahren wird beispielsweise die Elisabethschule in Friesoythe für rund 13 Millionen Euro erweitert und saniert, ebenso wird die Maximilian-Kolbe-Schule in Löningen mit Investitionen in Millionenhöhe den Bedarfen angepasst werden.

Im Landkreis Vechta wurden zuletzt insgesamt 5,3 Millionen Euro für die Innen- und Außensanierung der Elisabethschule in Vechta zur Verfügung gestellt. „Als Träger der Förderschulen wollen wir ein ideales Lernumfeld für Kinder mit besonderem Förderbedarf schaffen.“

Für Wimberg und Winkel kann Inklusion nicht mit der politischen Brechstange gelingen, sondern nur unter Berücksichtigung von Elternwillen und Kindeswohl und einer umfassenden personellen Ausstattung. Dies brauche viel Geduld, Zeit und die erforderliche finanzielle Ausstattung, wenn das Thema nicht zum Etikettenschwindel verkommen soll.

Die Landkreise Cloppenburg und Vechta sehen sich schulisch gut aufgestellt und lassen sich nicht von einseitig ausgerichteten Statistiken irritieren.