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Pressemitteilung vom 15.06.2010

Eltern müssen stärker in die Mobilitätserziehung eingebunden werden

Cloppenburg - Das im Jahr 2004 als Modellprojekt eingeführte "Begleitete Fahren mit 17" (BF 17) bewirkt eine deutliche Reduzierung der Verkehrsverstöße durch junge Fahranfänger. Dieses Ergebnis der wissenschaftlichen Auswertung des Modellprojektes stellte auf der zweiten Verkehrssicherheitstagung im Kreishaus Cloppenburg Prof. Dr. Joachim-Stiensmeier-Pelster von der Universität Gießen vor. Bei den Teilnehmern des BF 17 liege die Zahl der registrierten Verkehrsverstöße nach Vollendung des 18. Lebensjahres und dem Erhalt des regulären Führerscheins um 22,7 Prozent niedriger als bei Fahranfängern ohne Begleitphase. Die Zahl der verursachten Verkehrsunfälle sei sogar um 28,5 Prozent reduziert. Die positiven Wirkungen würden insbesondere dadurch erreicht, dass beim "Begleiteten Fahren" die Lernzeit inklusive der Führerscheinausbildung auf bis zu 18 Monate verlängert werde. Wichtig sei eine hinreichend große Fahrleistung in der Begleitphase. Diese werde in der Regel nur erreicht, wenn die Fahranfänger wenigstens sechs Monate in Begleitung fahren würden, so Stiensmeier-Pelster. Die Evaluation des Projektes habe zudem gezeigt, dass 87 Prozent der Fahranfänger das BF 17 positiv bewerten würden. Bei den Eltern befürworteten sogar 93 Prozent die Teilnahme ihrer Kinder. Bezogen auf den Landkreis Cloppenburg sei die Zahl der Teilnehmer am BF 17 kontinuierlich gestiegen. Mittlerweile mache die Mehrzahl der Führerscheinbewerber von der Möglichkeit Gebrauch, so der Professor der Uni Gießen.
In einem zweiten Referat ging Wolfgang Rehling von der Landesverkehrswacht Niedersachsen auf veränderte Anforderungen an die Verkehrserziehung von Kindern und Jugendlichen ein. Weil die motorischen Fähigkeiten bei vielen Kindern wenig ausgeprägt seien, müsse die reine Verkehrserziehung durch eine Wahrnehmungs- und Bewegungsförderung ergänzt werden, forderte der Verkehrssicherheitsberater. Zudem sprach sich Rehling für eine stärkere Einbeziehung der Eltern in die Mobilitätserziehung im Kindergarten und in der Schule aus. Das Verhalten der Kinder im Straßenverkehr werde überwiegend durch Vorbilder geprägt. Wenn sich die Eltern nicht an Verkehrsregeln halten würden, sei dies auch von den Kindern kaum zu erwarten.
Diesen Gedanken griff Landrat Hans Eveslage auf. Ergänzend zum Schutzengelprojekt für Jugendliche und junge Erwachsene, müsse man vielleicht auch über ein Elternprojekt nachdenken, um die Eltern bei der Mobilitätserziehung ihrer Kinder gezielt zu unterstützen.
Zu der 2. Verkehrssicherheitstagung hatten der Landkreis Cloppenburg und die Polizeiinspektion Cloppenburg/Vechta eingeladen. Nachdem bei der ersten Tagung vor zwei Jahren die Maßnahmen zur Geschwindigkeitsüberwachung im Vordergrund gestanden hatten, wurden diesmal insbesondere präventive Ansätze vorgestellt und diskutiert. Zu der Tagung waren rund 60 Teilnehmer von Polizei, Kommunen, Fahrschulen und Schulen ins Kreishaus Cloppenburg gekommen.





Prof. Joachim Stiensmeier-Pelster stellte auf der Verkehrssicherheitstagung im Kreishaus Cloppenburg die Wirkungen des Begleiteten Fahrens mit 17 vor.




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