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Pressemitteilung vom 21.04.2010

Landkreis Cloppenburg - Das Jugendamt des Landkreises Cloppenburg will seine Angebote im Bereich der Hilfe zur Erziehung weiter ausbauen. Erste Grobkonzepte der geplanten Hilfen wurden jetzt vom Leiter des Sozialen Dienstes, Josef Sieverding, im Jugendhilfeausschuss des Kreistages vorgestellt. Ziel des erweiterten Angebotes sei es, mit frühen Hilfen schwerwiegendere Maßnahmen zu vermeiden, betonte Diplom Pädagoge Sieverding in der Ausschusssitzung.
Ein Angebot für auffällig gewordene schulpflichtige Kinder bis 14 Jahre ist die sozialpädagogische Gruppenarbeit. Die Teilnahme an der zweimal wöchentlich stattfindenden Gruppenarbeit soll älteren Kindern bei der Überwindung von Entwicklungsschwierigkeiten und Verhaltensproblemen helfen. Die Kinder lernen beispielsweise, Verantwortung für das eigene Verhalten zu übernehmen und mit Konflikten umzugehen. In der von zwei sozialpädagogischen Fachkräften geleiteten Gruppe mit bis zu zehn Teilnehmern soll insbesondere das Sozialverhalten gestärkt werden. Durch begleitende Elternarbeit soll die Unterstützung der Eltern bei diesem auf Freiwilligkeit beruhenden Hilfeangebot erreicht werden. Nach Angaben von Sieverding beabsichtigt der Landkreis in Zusammenarbeit mit einem auf diesem Gebiet erfahrenen Träger eine Gruppe in Cloppenburg und eine weitere Gruppe im Nordkreis einzurichten. Dabei werde eine Anbindung an Schulen für sinnvoll gehalten, so Sieverding.
Mit einem Anti-Aggressivitäts-Training (AAT) will das Jugendamt auf Jugendliche einwirken, die oft und brutal zuschlagen. Zielgruppe dieses Trainings sind Heranwachsende im Alter von 14 bis 21 Jahren, die durch körperliche Gewaltanwendung auffällig geworden sind. Geplant ist ein Kurs für acht Personen, der insgesamt 70 Stunden umfassen und über einen Zeitraum von sechs Monaten laufen soll. In den wöchentlichen Sitzungen sollen die Jugendlichen mit dem eigenen gewalttätigen Verhalten und mit der Situation der Opfer konfrontiert werden. Die Teilnehmer sollen in der Gruppe alternative Verhaltensweisen in Konfliktsituationen erproben. Die Teilnahme an dem Anti-Aggressivitätstraining kann per Gerichtsauflage angeordnet werden oder durch Zuweisung des Sozialen Dienstes des Jugendamtes erfolgen.
Für Jugendliche, die im Straßenverkehr straffällig geworden sind, will das Jugendamt einen Kurs zur sozialpädagogischen Verkehrserziehung einrichten. Hintergrund ist, dass Jugendliche überproportional am Unfallgeschehen beteiligt sind. Oft spielten dabei soziale und psychologische Gründe eine wichtige Rolle, informierte Sieverding. Imponiergehabe und ein ausgeprägtes Bestreben nach Selbstdarstellung führten zu Unfällen aufgrund von überhöhter Geschwindigkeit oder Alkoholkonsum. Statt Bestrafungen wie Parkanlagen säubern oder Unkraut jäten, sollten die jungen Straftäter für die Probleme im Straßenverkehr sensibilisiert werden und lernen, mit Gruppendruck angemessen umzugehen. Der von zwei Pädagogen geleitete Verkehrskurs für bis zu zwölf Teilnehmer soll zehn Doppelstunden umfassen. Die Teilnehmer können vom Gericht, von der Staatsanwaltschaft oder vom Sozialen Dienst des Jugendamtes zugewiesen werden.









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