Kreis & Politik

Als gewählte Vertretung der Bürgerinnen und Bürger trifft der Kreistag wichtige Entscheidungen für den Landkreis Cloppenburg. Der Kreistag hat einen umfangreichen Aufgabenkatalog.

Petra Thesing
Tel: 04471/15-245
Fax: 04471/85697
Raum: 1.057

Kreishaus
Eschstraße 29
49661 Cloppenburg

Telefon: 04471 / 15-0

montags - freitags:
08.30 Uhr bis 12.30 Uhr
und nach Vereinbarung

Leitlinien & Präambel zu Migration und Integration

(Aus Gründen der besseren Übersichtlichkeit ist im Text teilweise auf die ausführlichen geschlechterspezifischen Anredeformen verzichtet worden. Mit der gewählten Anredeform sollen daher sowohl die männlichen als auch die weiblichen Leser angesprochen werden.)


 

Leitlinien zur Migration und Integration im Landkreis Cloppenburg (Kreistagsbeschluss 2018)

Die Leitlinien zur Migration und Integration im Landkreis Cloppenburg wurden von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern des Netzwerkes für Integration erstmalig im Jahre 2008 verfasst und der Politik vorgelegt. Im November 2018 wurden sie überarbeitet und erneut vom Kreistag beschlossen.

  • Wer dauerhaft im Landkreis Cloppenburg leben möchte und dazu berechtigt ist, soll für sich und seine Familie, im Rahmen der gesetzlichen Grundlagen, die gleichen Chancen der beruflichen und gesellschaftlichen Teilhabe wie alle anderen Bürgerinnen, Bürger, Einwohnerinnen und Einwohner bekommen.
  • Teilhabe ist auf die Zukunft ausgerichtet und beschreibt eine chancenorientierte Perspektive.
  • Teilhabe bedeutet voneinander zu lernen auf der Grundlage gegenseitiger Achtung und Anerkennung.
  • Teilhabe beinhaltet auch, dass die zugewanderten Menschen Verantwortung für sich selbst übernehmen. Die Bereitschaft zur Teilhabe ist verbunden mit der Achtung der hiesigen kulturellen, religiösen und anderer gesellschaftlicher demokratischer Grundlagen und der Anerkennung der deutschen Rechtsordnung.
  • Den Zugewanderten wird die kulturelle und religiöse Gestaltung ihrer eigenen Lebensführung im Rahmen der deutschen Gesetze zugesichert. Kulturelle Vielfalt in diesem Sinne und interkulturelle Verständigung werden als Bereicherung der Gesellschaft verstanden und gelebt.
  • Teilhabe wird als Querschnittsaufgabe gesehen, hat Prozesscharakter und ist dialogisch ausgerichtet. Verantwortung wird gemeinsam getragen, um die sich ständig wandelnden vielschichtigen Herausforderungen erfolgreich zu meistern.
  • Für die Zukunftschancen der zugewanderten Menschen ist es von zentraler Bedeutung, die deutsche Sprache zu lernen.
  • Der Kreistag verpflichtet sich, die Teilhabe zugewanderter Menschen am gesellschaftlichen, kulturellen, politischen und wirtschaftlichen Leben zu fördern und zu unterstützen.
  • Jede Form von Fremdenfeindlichkeit, Rassismus, Antisemitismus und Diskriminierung wird abgelehnt.

 

Präambel

Im Landkreis Cloppenburg haben ca. ein Viertel der Bevölkerung einen Migrationshintergrund. Am Jahresanfang 2019 lebten 18.955 ausländische Mitbürgerinnen und Mitbürger im Landkreis, davon 3.623 Kinder und Jugendliche. Dieses entspricht einem Ausländeranteil von 11,2 %. 

Aufgrund der europäischen Arbeitnehmerfreizügigkeit ist die Zahl der Arbeitsmigrantinnen und Arbeitsmigranten aus dem osteuropäischen Ausland in den vergangenen fünf Jahren enorm angestiegen. (Januar 2019 ca. 8000 Personen)

Eine weitere Zuwanderungswelle erlebte der Landkreis von 2015 bis 2017 durch die Zuweisung zahlreicher Geflüchteter. Im März 2019 lebten 3.158 Personen, denen in Folge einer asylrechtlichen Anerkennung eine Aufenthaltserlaubnis erteilt wurde oder die sich noch im asylrechtlichen Verfahren befinden bzw. geduldet werden.

Zuwanderung hat für den Landkreis Cloppenburg bewirkt, dass - entgegen dem Bundestrend der demografischen Alterung - der Landkreis Cloppenburg die jüngste Bevölkerung in Deutschland hat und sich auch damit als attraktiver zukunftsorientierter wirtschaftlicher Raum darstellt.

Behörden, Wohlfahrtsverbände, Vereine, Kirchen, Städte, Gemeinden, Schulen sowie Selbsthilfeorganisationen der Zuwanderer tragen dazu bei, dass sich diese im Landkreis Cloppenburg eine neue Heimat erschließen. Zuwanderer sind aktiv in der Politik, Kultur und engagieren sich zunehmend bei sozialen Aktivitäten. In wirtschaftlichen Bereichen haben sie einen maßgeblichen Anteil am profitierenden Erfolg als Arbeitnehmer und Arbeitgeber.